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Ostermarsch

Der Aufruf

Erich Mühsam mahnt: „Wo bleibt ihr nur, Genossen meiner Zeit? Ich schau zurück und kann euch kaum noch sehn. …“ Die fortwährend in Berlin und Brüssel betriebene  Rüstungspolitik schmälert selbstverständlich die Haushalte für Soziales, Umweltschutz und Entwicklungspolitik. Durch in Deutschland produzierte oder vermarktete Kriegswaffen  werden selbstverständlich jährlich tausende Tode gestorben. Bundeswehrsoldaten haben selbstverständlich die Grenzen überschritten und befeuern Regionen, in denen sie nichts  verloren haben. Wir sagen nicht nur „NEIN!“, denn das gebietet bereits die Logik. Wer aber  nur wünscht und nicht handelt, verändert nichts.

Zum Ostermarsch zu kommen, kann der  Anfang sein, weg vom Hang zum alltäglichen Gehorsam, mit dem man die Regierung  stärkt und ihr alle Gelder und Freiheiten für ihre Ambitionen lässt. Wir rufen dich deshalb  auf zur Ostermarsch-Bewegung, nicht etwa zu einer Ostermarsch-Tradition! Widerstehe  mit uns, wo in Deutschland der Krieg beginnt – hier im Herzen der Altmark, mit der Gefechtskulisse Schnöggersburg in der Colbitz-Letzlinger Heide.

„ … Ein wirres Stimmentosen hör ich weit, weit hinter mir und kann es nicht verstehn.“  Viele drehen sich in einer Lebenssituation, in der sie sich eigene Wahrheiten schmieden,  die sie dann entweder irgendwo im World Wide Web bestätigt finden, oder die sie  manchmal selbst schöpfen und hinausposten, wenn sie sich nicht mal die Mühe machen
wollen, die eigenen Wahrheiten mit anderen Wahrheiten übereinander zu legen. Die im  ersten Artikel der Menschenrechtserklärung formulierte Regel ist ganz einfach: Alle  Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen. – Dieses Grundprinzip des friedlichen Miteinanders darf nicht Spielball unterschiedlich interpretierter
Tagesereignisse sein. Wer neue Waffengänge im In- und Ausland mittels selbst gestrickter Eindringlichkeit als Handlungsoption propagiert, ist erbärmlich.

Gehorchen statt hinhorchen, ist der Kanon der soldatischen, politischen und spießbürgerlichen Verteidiger des Bauzauns der Kriegsübungsstadt Schnöggersburg, der Grenzen im Mittelmeer, der so genannten Freiheiten am Horn von Afrika und am Hindukusch, des Machtstrebens der NATO und des Systems militärischer Gewalt. Soldaten dürfen als  Vasallen des Gewaltmonopols nicht denken und sind von Berufs wegen taub gestellt. Aber wann werdet ihr engherzigen Bürger und ihr kochfesten Politiker wieder vernünftiger und  begreift, dass die Welt keinem gehört, aber alle auf ihr leben dürfen.

Auch diese Worte sind von Erich Mühsam, der 1934 den Tod im Konzentrationslager Dachau fand: „Sich fügen heißt lügen.“ – Du, der du dich uns auf diesem Ostermarsch  nicht nur anschließt, sondern mit uns voran gehst, trete ein für den Frieden, mische dich ein, wenn weltpolitische Weitsicht durch in Talkshowmanier vorgetragene Ab- und Ausgrenzungspolitik verhöhnt wird, schreite ein gegen den neu-nationalsozialistischen  Mob, wehre dich gegen die herablassende Dekadenz der Macht und der Monopole. Und kehre morgen nicht sogleich wieder zurück auf das Sofa der sich bloggend Empörenden Und verharre nicht in der geduckten Haltung des auf sein Smartphone Starrenden. Trete nicht zurück in die Reihen des vermeintlich behaglichen, aber tatsächlich bereits gesellchaftliche Konflikte übertünchenden Proporzes. Du bewegst nur durch eigene Bewegung.

Das Credo der sicherheitsdogmatischen Scharfmacher ist: „Fürchtet Euch!“. 2017 ist das Jahr des Reformationsjubiläums und der Wahl zum 19.Deutschen Bundestag. Den  Christen aller Konfessionen, den  Wählerinnen, Wählern und den zu Wählenden sei  gesagt: „Fürchtet euch nicht!“. Christen, respektiert alle  Weltreligionen! Wählerinnen  und Wähler, handelt mit Vernunft und Gewissen! Politikmachende, hört zu! Und alle: Pax an!